Gegen die Verlagerung der Firmenzentrale – Für den Erhalt aller Arbeitsplätze bei Scandlines 2. Juni 2009
Posted by savwaehlen in Neuigkeit, Programmatisches.trackback
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Presse berichtet darüber, dass ein Umzug der Firmenzentrale beschlossene Sache sei. Die Bosse dementieren. Was ist los? Wie geht es weiter? Alle Beschäftigten von Scandlines haben ein Recht auf die Beantwortung dieser Fragen! Mit diesem Flugblatt möchten wir deutlich machen, dass wir an eurer Seite stehen. Wir lehnen den Umzug der Zentrale von Rostock nach Puttgarten und die damit verbundenen Folgen für die 120 Kolleginnen und Kollegen ab.
Krise
Die Verlagerung steht im Zusammenhang mit der geplanten Vernichtung von insgesamt 400 Stellen bei Scandlines. Auch bei diesem Unternehmen soll die Wirtschaftskrise auf dem Rücken der Beschäftigten abgeladen werden, um die Profite zu sanieren. Die Krise trifft die Fährlinien wie den gesamten Schiffbau und andere Wirtschaftsbereiche hart. Aber nicht die Beschäftigten haben die Rezession zu verantworten, sondern die Spekulanten an den Börsen und die Konzerne selber. Neben Scandlines steckt die Warnow-Werft in der Krise. Auch hier ist zu erwarten, dass die Kapitalisten sich zu Lasten der Beschäftigten sanieren wollen.
Solidarität
Wir möchten euch dazu ermutigen, euch gegen die Pläne der Konzernspitze zu wehren. Alle Betroffenen bei Scandlines, egal ob im Osten oder Westen Deutschlands, ebenso in Dänemark, sollten zusammen für den Erhalt aller Standorte und Arbeitsplätze streiten. Zudem sollte der Kontakt zu anderen Belegschaften – z.B. den Kollegen der Werft – gesucht werden. Wenn die Aufträge zurück gehen, kann die Arbeitszeit – bei vollem Lohn- und Personalausgleich – auf bis zu 30 Stunden reduziert und somit die Arbeit auf alle verteilt werden.
Widerstand
Dies kann jedoch nur durch Aktionen der Beschäftigten erreicht werden. Wir denken, dass es nötig ist, so schnell wie möglich bei Betriebsversammlungen über den aktuellen Stand zu informieren und über weitere Schritte zu diskutieren. Durch Streikaktionen kann Druck gegen die Firmenleitung aufgebaut werden.
Gerade die französischen Arbeitnehmer haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass man mit entschlossenem Widerstand Konzerne zum Einlenken zwingen kann. Sollte sich die Firmenspitze von alledem unbeeindruckt zeigen, ist es nötig, die Stadt Rostock zusammen mit den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in die Pflicht zu nehmen, um die Arbeitsplätze zu sichern. Dies kann dadurch geschehen, dass Scandlines in staatliches Eigentum überführt wird. Statt profitsüchtiger Manager oder Staatsbürokraten sollten stattdessen die Beschäftigten, Gewerkschaften und Vertreter des Staates demokratisch über die Belange des Betriebes entscheiden.
Unterstützung
Wir wollen euch im Rahmen unserer Kräfte bei eurem Anliegen unterstützen, die Arbeitplätze zu erhalten. Während die bürgerlichen Parteien und der Oberbürgermeister über eine „Hundekotsaugmaschine“ diskutieren, hat unsere Vertreterin in der Bürgerschaft, Christine Lehnert, euer Anliegen angesprochen. Wir werden weiterhin eure Situation in der Öffentlichkeit bekannt machen und um Solidarität in der Bevölkerung werben.
Wir wünschen euch für euren Kampf alles Gute!
Mit solidarischen Grüßen
Christine Lehnert, Mitglied der Rostocker Bürgerschaft
SAV-Rostock





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